Auschwitzprojekt 2010/2011: Alter Schuh als „roter Faden“
„Wir wollen Ihnen nicht Auschwitz erklären. Wer es kennen lernen möchte, fährt lieber selbst hin.“ Die das sagen, meinen es ernst. 24 Jugendliche der Klassen elf und zwölf der Bergschule Apolda und des Friedrich-
Gut acht Tage haben sie sich zwischen Appellhof und Erschießungsmauer, Bordell und Gaskammern aufgehalten und ihre Eindrücke in eine Präsentation gepackt, die unter die Haut geht. Mit Hilfe von zwei Künstlern aus Wien und Frankfurt haben sie ihre Gefühle in sehr persönliche Worte gefasst, in eigenwillige Fotos und in Video-
Der Saal des Jugendzentrums an der Rodaustraße ist bis auf den letzten Platz gefüllt. Die Besucher sitzen in ungewohnter Dunkelheit, vernehmen Zuggeräusche, Schritte, Schreie. Dann blicken sie auf Zeichnungen aus dem Lager, auf Fotos von ausgemergelten Körpern, traurigen Kindergestalten. Selbst gedrehte Sequenzen mit gesenkter Kamera deuten den Gang der Deportierten zu ihren Unterkünften an. Der Blick in einen dunklen Flur, durch den eine Person bedächtig schreitet, erinnert an den letzten Gang von 1,5 Millionen Menschen.
Mit bedeckter Stimme stellen Schülerinnen das Unfassbare ihrem Unverständnis gegenüber. „Wie konnte die Menschheit das zulassen?“ Die Gruppe „Kunst & Lyrik“ spielt Aufnahmen von einem Versuch ein, bei dem Probanden scheinbar immer höhere Stromstöße für falsche Antworten vermeintlicher Kandidaten abgeben. Das Experiment belege, das Menschen trotz Skrupel andere verletzen könnten, weil sie die Verantwortung dafür bei den Befehlsgebern sähen.
Die Jugendlichen ziehen eine Videokamera über einen selbst gezeichneten Plan von der Anlage und geben dabei die Standard-
Als „roter Faden“ taucht in allen Bildern des Foto-
FEG-
„Wir müssen uns immer wieder an das maschinelle Morden erinnern“, appelliert der Weimarer Kreistagsabgeordnete und Betreuer Dirk Schütz, „und uns nicht nur bei einer Weltmeisterschaft als Deutsche fühlen“.





